Aktuelle Forschungsschwerpunkte und Kooperationen

 


Literature-Enactment-Process (LEP)

Kontakt: Christina Pöckl -

Dieses Projekt möchte zeigen, wie man Lerner aktiv in den Lese- und Interpretationsprozess miteinbeziehen kann und sie gleichzeitig mit relevanten Themen in Berührung bringt. Dafür wurde ein didaktisches Modell, der Literature-Enactment-Process (LEP), entworfen, bei dem performative Methoden im Zentrum stehen, jedoch in einen umfassenderen Ablauf eingebettet sind, der individuelle und kollaborative Verstehensprozesse umfasst. Der LEP soll helfen, Literatur interaktiv zu erfahren, wobei die Ansichten jedes einzelnen, die Auffassungen anderer sowie der literarische Text bei Interpretationen berücksichtigt werden. Da analytische sowie dramapädagogische Strategien, Reflexionen und weiterführende Übungen (Kreationen mit neuen Medien, Schreibaufträge) kombiniert werden, können Literatur und die Erfahrungen damit visualisiert, konkretisiert und mit anderen auf verschiedene Weise geteilt werden.

Der Literature-Enactment-Process wurde an der Universität Graz mit Lehrern und Studierenden des Lehramts und der Geisteswissenschaften erfolgreich durchgeführt und bewährte sich in der Praxis als interdisziplinäre Methode im Literaturunterricht.

Publikationen

Pöckl, Christina (2018). “Enacting Literary Worlds: The Use of Drama Methods for a Narrative of Nature”. Master’s thesis. University of Graz. 

 


Digital Storytelling

Kontakt: Andreas Schuch –  

Digitales Storytelling stellt eine moderne Lehr- und Lernmethode dar, die die Praxis des Erzählens mit digitalen Technologien verbindet. Dabei wird ein kurzes Video (digitale Story) erstellt, in der ein Aspekt aus dem eigenen Leben herausgegriffen und auf sprachlicher und medialer Ebene aufbereitet wird. Digitales Storytelling regt zur Reflektion über sich selbst und andere an und fördert die Auseinandersetzung mit einem Thema auf sprachlicher, digitale, interkultureller und zahlreichen weiteren Ebenen. Der Komplexitätsgrad der Methode und der inhaltlichen Auseinandersetzung kann dabei leicht dem individuellen Lehr- und Lernkontext angepasst werden.

Die ersten Versuche, multimodale Elemente mit Storytelling zu verknüpfen, im englischsprachigen Bereich, nämlich in Kalifornien um 1980. In San Francisco wurde 1994 das “Digital Media Center” gegründet, das sich später zum “Center for Digital Storytelling” und 2015 zum “StoryCenter” umbenannte. Es spielte in der Entwicklung und Popularisierung des “Digital Storytelling” eine entscheidende Rolle, wobei das Verfahren zunächst hauptsächlich auf therapeutische und expressive Zwecke beschränkt war. Mittlerweile haben Wissenschaftler und Pädagogen auf der ganzen Welt die zahlreichen Vorteile von Digital Storytelling im Bildungsbereich erschlossen und darüber berichtet. Dennoch hat auch dieser Zugang bisher ebenso wenig die deutschsprachigen Klassenzimmer und Universitäten erreicht.

Publikationen

Schuch, Andreas (2020). “Digital Storytelling as a Teaching Tool for Educators in Primary, Secondary and Higher Education: A Systematic Overview of its Educational Benefits, a Sample Project Implementation and Lessons Learned”. AAA: Arbeiten aus Anglistik und Amerikanistik, 45 (2).

Gardner, Abigail, Roberta Maierhofer & Hermine Penz (2019). “My Story – Digital Storytelling for Social Cohesion Across Europe”. In: Andreas Moutsios-Rentzos, Andreas Giannakoulopoulos & Michalis Meimaris (Eds.). Proceedings of the International Digital Storytelling Conference DST 2018. https://dst.ntlab.gr/2018/proceedings/. 235–243.

Pölzleitner, Elisabeth, Hermine Penz & Roberta Maierhofer. (2019). “Digital storytelling in the foreign language classroom”. In: Andreas Moutsios-Rentzos, Andreas Giannakoulopoulos & Michail Meimaris (Eds.). Proceedings of the International Digital Storytelling Conference DST 2018. https://dst.ntlab.gr/2018/proceedings/. 408–419.

 


Diversity Pedagogy

Kontakt: Dagmar Wallenstorfer –

In einer aufgrund von Globalisierung und Migration zunehmend diversen Gesellschaft sehen wir uns konfrontiert mit neuen und bislang unbekannten Herausforderungen. Um einer Entstehung von Parallelgesellschaften entgegenzuwirken und ein multikulturelles Miteinander zu stärken, müssen die Menschen lernen auf Unterschiede zuzugehen, und mit ihnen zu leben. Der Ausgangspunkt für diesen Lernprozess ist das Klassenzimmer, welches in vielerlei Hinsicht ein Mikrokosmos ist. Eine Vielzahl an sozialen Unstimmigkeiten lassen sich beobachten wenn sich 25 Kinder oder Jugendliche tagtäglich in einem Klassenzimmer zusammenfinden. Die vielversprechenden Auswirkungen von Digital Storytelling im Zusammenhang mit Cultural Awareness, kritischem Denken und dem Verstehen wurden von Wissenschaftlern weithin diskutiert. Daher werden Digital Stories im Klassenzimmer als Werkzeug verwendet um Unterschiede zu besprechen, Verstehen und Affektion zu fördern und damit Akzeptanz und Wertschätzung für Diversität zu festigen.

Publikationen

Wallenstorfer, Dagmar (2017). The Bildungsroman in American Young Adult Literature. Growing Up Female Over Time. Hamburg: Verlag Dr. Kovac.

 


Feminist Narrative Practices 

Kontakt: Nicole Haring –

Die Idee von feministischen narrativen Praktiken geht zurück auf die feministische Tradition der Bewusstseinsbildende Gruppen (Consciousness Raising Groups) und auf das Konzept, dass das persönliche politisch ist ("the personal is political") der zweiten Welle des Feminismus. Die Idee hierbei ist es persönliche Narrative als didaktische Werkzeuge zu verwenden und diese dann durch eine intersektionale feministische Linse zu betrachten und schlussendlich Geschlechter Stereotypen und Annahmen herauszufordern und zu dekonstruieren. Digitale Geschichten, sowie literarische Narrative sind ideale Werkzeuge, um sich in der Bildung kritisch mit Geschlechternormen an Hand von Narrativen auseinanderzusetzten.

Publikationen

Haring, Nicole (forthcoming 2021). “Creating Alternative Narratives: Deconstruction of Gender Roles, Assumptions, and Stereotypes in the Language Classroom” Journal of the Society of Philosophical Study of Education. 

Haring, Nicole. (2020). “Blogging as a Tool of Feminist Resistance: Intersectionality on feministing.com”. Off Campus: Seggau School of Thought. Meditating and Mediating Change: State – Society – Religion. 83-92.

 


Intergenerational Storytelling

Kontakt: Nicole Haring – 

Die Methode des "Intergenerational Feminist Mic" wurde von May Chanzan der Trent University in Canada im Zuge des ACT Projects (https://www.agingactivisms.org/) entwickelt. Intergenerationale digitale Geschichten wurden hier mit weiblichen Aktivistinnen kreiert. Digitale Geschichten wurden als Tool verwendet einen Wissensaustausch über Generationen hinweg zu etablieren. Die daraus entstandene feministische Methode ist ein wertvoller didaktischer Zugang, da er einen kritischen Diskurs über Generationen hinweg stimuliert und Fragen über Generationen hinweg diskutieren kann. 

 


Multicultural Narratives in Education

Kontakt: Nina Reibenschuh –

Die Schule ist ein Ort der Vielfalt – Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit unterschiedlichen gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Hintergründen und Überzeugungen treffen aufeinander. Demnach übernimmt die Schule eine Schlüsselrolle, wenn es um ein erfolgreiches Aufeinandertreffen verschiedener Identitäten geht. Anhand von literarischen Narrativen im Unterricht sollen sich SchülerInnen mit dieser Diversität auseinandersetzen und diese als wertvollen Beitrag in der eigenen Identitätsgestaltung erfahren. Die kritische Auseinandersetzung mit geeigneten literarischen Narrativen im Unterricht soll Wertschätzung und Verständnis vermitteln und SchülerInnen eine Reflexion der eigenen und fremden Kulturen ermöglichen. Außerdem gewähren literarische Narrative SchülerInnen nicht nur einen Einblick in die Geschichte, sie bieten ihnen auch die Möglichkeit, zeitübergreifende Aspekte der Erzählungen zu behandeln, die auch in unserer Gesellschaft vorzufinden sind.

 


Game-Based Learning

Kontakt: Andreas Schuch –

Publikationen

Schuch, Andreas (2017). “Digital Games as a Means of Raising Awareness About Ageism and Gender Discrimination: Three Principles for Teachers and Game Developers. In M. Romero, K. Sawchuk, J. Blat, S. Sayago & H. Ouellet (Eds.), Game-Based Learning Across the Lifespan: Cross-Generational and Age-Oriented Topics. Springer International Publishing. https://doi.org/10.1007/978-3-319-41797-4_9. 131–150.